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Warum die meisten Team-Regeln scheitern – und wie wir es besser machen

  • Autorenbild: Jan Oberdieck
    Jan Oberdieck
  • 20. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Hand aufs Herz: Wie viele Regeln gibt es in deinem Team oder deiner Einrichtung, die eigentlich nur auf dem Papier existieren?

Regeln sollen uns Orientierung geben. Sie sollen Sicherheit schaffen und die Zusammenarbeit erleichtern. Doch oft passiert das Gegenteil: Sie erzeugen Frust, endlose Diskussionen und – ironischerweise – genau die Konflikte, die sie eigentlich verhindern sollten.


Ein Blick auf den Schulhof meines Sohnes

Ich habe neulich ein perfektes Beispiel für „gut gemeint, aber schlecht gemacht“ erlebt. In der Schule meines Sohnes gibt es eine strikte „Nicht-Rangeln-Regel“. Die Idee dahinter ist klar: Verletzungen und Konflikte vermeiden. Die Realität? 200 Kinder auf dem Hof, zwei Aufsichten. Es wird ständig gerangelt.


Das Problem: Eine Regel, die nicht kontrolliert werden kann, verliert ihre Autorität. Schlimmer noch: Sie bringt Kindern (und auch uns Erwachsenen) bei, dass Regeln optional sind. Man gewöhnt sich daran, sie zu ignorieren.


Warum Regeln in Teams oft zu Papiertigern werden

In meinen Ausbildungen und Beratungen sehe ich immer wieder fünf Gründe, warum das „Regel-Werk“ kollabiert:


  1. Niemand kennt sie wirklich: Sie hängen irgendwo im Intranet oder verstauben im Handbuch, aber niemand hat sie im Alltag präsent.

  2. Fehlende Akzeptanz: Die Regel wurde „von oben“ verordnet, ohne die Menschen einzubeziehen, die täglich damit arbeiten müssen.

  3. Gummiparagraphen: „Wir kommunizieren wertschätzend“ – klingt gut, aber was heißt das konkret im Streitfall? Zu vage Formulierungen führen zu Unklarheit.

  4. Praxisferne: Die Regel ist im stressigen Alltag schlicht nicht umsetzbar (genau wie das Rangel-Verbot bei zu wenig Aufsicht).

  5. Keine Konsequenz: Wenn ein Regelbruch keine Folgen hat, wird die Regel zur bloßen Empfehlung degradiert.


Mein Ansatz: Weniger ist mehr

Wenn wir über Regeln sprechen, geht es oft um Kontrolle. Ich lade dich ein, das Thema anders zu denken: Regeln sollten den Raum für gute Zusammenarbeit schützen, nicht einengen.

Hier sind meine 5 Schritte für Regeln, die wirklich funktionieren:


  • Radikale Reduktion: Regelt nur das, was wirklich geregelt werden muss. Jede unnötige Vorschrift raubt Energie und Eigenverantwortung.

  • Echte Beteiligung: Regeln brauchen Akzeptanz. Beziehe dein Team ein. Wer die Regel mitgestaltet hat, wird sie eher verteidigen als brechen.

  • Klarheit vor Schönheit: Formuliert präzise und macht die Regeln sichtbar. Jeder muss wissen, was Sache ist.

  • Umsetzbarkeit prüfen: Sei ehrlich: Können wir diese Regel unter den aktuellen Bedingungen überhaupt einhalten? Wenn nicht, lass sie weg.

  • Mut zur Konsequenz: Klärt vorab: Was passiert, wenn wir uns nicht daran halten? Wer eine Regel aufstellt, muss auch bereit sein, ihre Einhaltung einzufordern.


Ein kleiner Impuls für deine nächste Woche: Schau dir eine Regel in deinem Bereich an, die ständig gebrochen wird. Frag dich selbst: Brauchen wir sie wirklich? Und wenn ja: Was fehlt uns, damit wir sie wieder ernst nehmen können?


Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen – schreib mir gerne dazu oder hinterlass mir einen Kommentar!


 
 
 

1 Kommentar


peter.joop
27. Jan.

Regeln sollten regelmäßig hinterfragt und ggf. an die Realität angepasst werden. Nur dann bleiben sie lebendig und wirksam.

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